venenchirurgie
Behandlungsmethoden
Bei nachgewiesenen Klappendefekten der oberflächlichen Stammvenen wird in der Regel deren operative oder interventionelle ( d.h. mittels Katheter oder Injektion) Ausschaltung erfolgen. Die umfassende Ausbildung und der hohe Spezialisierungsgrad unseres Teams erlauben eine nahezu komplikationslose Durchführung dieser Maßnahmen. Es kommen drei unterschiedliche Verfahren zum Einsatz:
Die Standard-Operation
In der Hand des geübten Spezialisten ist die Krampfadernoperation ein risikoarmer Eingriff. Seltene Komplikationsmöglichkeiten sind allenfalls Wundheilungsstörungen, Blutergüsse oder vorübergehende umschriebene Gefühlsstörungen.
Kernpunkt der Krampfadernoperation ist in der Regel die Ausschaltung der nicht schließenden Mündungsklappe (sog. Crossektomie), sowie die Entfernung des defekten (insuffizienten) Abschnitts der Stammvene. Ferner werden die größeren erweiterten Seitenäste entfernt, sowie weitere insuffiziente Verbindungen zu den tiefen Venen (Perforansvenen) verschlossen. Dieses Vorgehen führt zu einem kompletten Verschwinden der Krampfadern und verhindert weitestgehend ein Wiederauftreten.
Die Wahrscheinlichkeit einer Thrombose liegt bei der Krampfadernoperation bei unter 1% und damit um ein Mehrfaches niedriger als z.B. bei einer Kniegelenksspiegelung.
Über die Details der Operation und ihre Risiken wird Sie Ihr Operateur in einem persönlichen Gespräch aufklären und Ihre diesbezüglichen Fragen ausführlich beantworten.
Der Eingriff kann in Vollnarkose oder in Rückenmarks- (Spinal-) narkose erfolgen. Bei weniger ausgedehnten Befunden kann auch nur das betroffene Bein betäubt werden oder sogar eine örtliche Betäubung angewendet werden. Hierüber wird der Narkosearzt mit Ihnen vor dem Eingriff persönlich sprechen.
Die Operation erfolgt heutzutage in der Regel ambulant. Stationär werden Operationen an beiden Beinen, Rezidivoperationen durchgeführt oder bei Patienten mit Begleiterkrankungen wie Diabetes, Herzrhythmusstörungen, Asthma etc. Auch alleinstehende Patienten können nicht ambulant operiert werden.
Das Radiowellenverfahren
Seit einigen Jahren gibt es als Alternative zum Stripping noch schonendere Verfahren, bei denen ein Katheter in die erkrankte Stammvene eingeführt wird. Unter Ultraschallsteuerung wird dieser bis zur Mündung in der Leiste bzw. in der Kniekehle vorgeschoben. Anschließend wird die Vene über den Katheter erhitzt. Unter langsamem Rückzug verödet und verschließt der Katheter so die gesamte Vene.
Es gibt hierbei zwei unterschiedliche Katheterverfahren:Zum einen den Laser, dessen Energie zunächst das Blut in der Vene aufkocht, wodurch dann wiederum die Venenwand erhitzt wird.
Zum anderen gibt es den Radiowellen-Katheter (Closure-fast-Verfahren). Dieses erhitzt die Venenwand direkt und führt zu noch geringeren postoperativen Beschwerden als beim Laser (Literatur: Recovery-Studie, Almeida et al. J. Vasc. Interv. Radiol.2009)
Das Radiowellenverfahren ist somit das technisch sauberere und klarere Verfahren mit einer annähernd 100prozentigen Erfolgsquote und wird deshalb von uns angewendet (vnus.com).Der entscheidende Vorteil gegenüber der Standard-Operation sind die geringeren postoperativen Beschwerden aufgrund fehlender Hämatom(=Bluterguss)bildung. Die Arbeitsunfähigkeit reduziert sich hierdurch auf 2-3 Tage. Die Erfolge sind mit denen der Stripping-Operation vergleichbar, bzw. diesen überlegen. So ist insbesondere die Tendenz zur Gefäßneubildung geringer. Nicht angewendet werden kann das Verfahren bei sehr oberflächlichem und geschlängeltem Venenverlauf. Besonders von der Methode profitieren Patienten, die wegen gravierender Begleiterkrankungen nicht für eine Standard-Operation in Frage kommen.
Das Radiowellenverfahren kann in örtlicher Betäubung oder Allgemeinnarkose durchgeführt werden, je nach Wunsch und Situation des Patienten und je nachdem, ob zusätzlich erweiterte Seítenastvenen auf konventionellem Wege entfernt werden müssen.
Das Verfahren wird grundsätzlich nur ambulant durchgeführt.
(Literatur: EVOLVES Studie, Journal Of Vascular Surgery 2003;38:207-214 oder Journal Of Vascular Surgery 2005;42:502-509.
Die Schaumsklerosierung
Bei diesem Verfahren, das in Italien entwickelt wurde und seit etwa 10 Jahren zunehmend zum Einsatz kommt, wird ein Schaum, der unmittelbar zuvor aus dem lang bekannten Verödungsmittel Polidocanol und Luft erzeugt wurde, unter Ultraschallkontrolle in die defekte Vene gespritzt. Der Schaum füllt die Vene und zerstört während der Einwirkzeit (ca. 5 min) ihre Innenschicht. Die Vene thrombosiert in der Folge und bleibt im Optimalfall dauerhaft verschlossen.
Der Primär- und der Langzeiterfolg liegt allerdings niedriger als beim Radiowellen-Verfahren. Andererseits kann man den wenig aufwändigen und kaum schmerzhaften Vorgang unproblematisch wiederholen. Die unerwünschten Nebenwirkungen des Verfahrens können Hautverfärbungen (bei oberflächlichem Venenverlauf) sein und vorübergehende neurologische Erscheinungen sein wie Kopfschmerzen oder Sehstörungen.
Für die Schaumsklerosierung ist keinerlei Betäubung erforderlich. Sie erfolgt in der Praxis und zieht keinen Arbeitsausfall nach sich.
Die exakte, vom Chirurgen selbst vorgenommene Diagnostik inklusive der unmittelbar präoperativen Markierung mittels Farbduplexsonographie führt zu einer sehr niedrigen Rezidivquote.
Große Erfahrung hat Dr. med. Bernheim in der Behandlung von Rezidiv- (wieder aufgetretener) Varizen bei andernorts unzureichend ausgeführter Erstoperation. Bei diesen bisweilen problematischen Befunden bietet sich oft eine Kombination der drei genannten Verfahren an, um einen nachhaltigen Erfolg auf möglichst schonende Weise zu erzielen.
Ein sparsameres operatives Vorgehen (z.B. die vielzitierte Chiva-Methode) kann in Einzelfällen angewandt werden, ist jedoch mit einem höheren Rezidivrisiko verbunden.
Durch die genannten Verfahren in Kombination mit konservativen entstauenden Maßnahmen werden häufig offene Stellen (Ulcus cruris) zur Abheilung gebracht, in einzelnen Fällen können operative Abtragung und plastische Deckung durch Hauttransplantation erforderlich werden.
Weitere Informationen zum Thema Venenchirurgie:





